Turm mit magischen Kräften

Ein Bericht  Stader Tageblatt  27.07.19     von Grit Klempow
 

Schaumkronen auf der Elbe, und der Baljer Leuchtturm direkt an der Wasserkante. Fast könnte er magische Kräfte haben.

                                                                                                       Fotos und Text von Grit Klempow

Eins lotste sein Licht die Schiffe auf der Elbe auf den richtigen Kurs: Der Baljer Leuchtturm steht auf festen Fundament direkt an der Wasserkante.Trotzdem scheint alles in Bewegung zu sein und dann wieder ganz still zu stehen. Ein Besuch an einem magischen Ort.

 

Magie? Spökenkiekerei. Seemansgarn. Das hätten vielleicht die Leuchtturmwärter gesagt, die noch bis1962 hier ihren Dienst versahen. Unten, in der kleinen Küche, den Herd anfeuerten, sich zwei Stockwerke höher ins Bett legten und alle vier Stunden dafür sorgten dass das Licht des Leuchtturms die Schiffe auf der Elbe sicher leitete. Die hier bei Sturm und Schietwetter aushielten. Aber die beiden Leuchtturmwärter, die an diesem Sonnabendnachmittag oben im ehemaligen Lampenraum als Ehrenamtliche ihren Dienst versehen und die massive Stahltür unten für Besucher geöffnet haben. Die erleben den Turm ein bisschen anders.

Seit 14 Uhr sind Gerhard Buttge und Bianker Stahl hier. "Es ist ein beonderer Ort", sagt Gerhard Buttge. Man ist so nah dran am Wasser." Als würde sie es bekräftigen wollen, drängt die Elbe unten zum Ufer. Der Wind pustet heute kräftig aus dem Norden und drückt das wasser in den Schilfgürtel. Weiße Schaumkronen tanzen auf grauen Elbwellen. Plötzlich bricht die Sonne durch die Wolken, lässt das grüne Land leuchten und das bewegte Wasser glitzern.

       Was verschlägt die beiden Stader Ehrenamtlichen in den Norden, hierher nach Balje? "Es geht darum, den Leuchtturm als maritimes Denkmal zu erhalten",  sagt Buttge als Leuchturmwärchter. Außerdem gibt es die Verbundenheit zu Balje, wo sie ein Häuschen von seinen Elter übernommen haben." Balje ist der Mittelpunkt, man muss nur den Zirkel richtig ansetzen", sagt er und lächelt verschmitzt. Bianka Stahl greift zum Fernglas. Den Turmfalken, der oben unter dem Dach nistet, haben sie heute schon fliegen gesehen. " jetzt ist Brokdorf wieder verschwunden", sagt sie.

Nicht nur das Wasser ist ganz nah. Die Gezeiten, das zusammenspiel von Wind und Wolken, alles ist in ständigem Wechsel. Die Windmühlen drüben am anderen Elbufer scheinen in weiter Ferne und dann ganz nah. Auf die eigenen Sinne ist hier oben über dem Wasser mit dem Panoramablick wenig Verlass. Die Elbe hier 3 Kilometer breit?

Nein, ganz bestimmt nicht. Oder doch? Alles reduziert sich beim Blick aus dem weißen Turm auf Augenblicke, auf Wind und Wetter. Allem anderen, dem Alltag zuerst, scheint das Gemäuer zu erdrücken.

 Der Zauberdes Baljer Leuchtturms erleben auch Antje Westphalen und Pierre Ammermann. Schon von weitem sind die Besucher zu sehen, die in dieser letzten Besichtigungsstunde des Tages über den Deich kommen und auf den Leuchtturm zulaufen. Was für ein Erlebnis. Das ist Traumhaft. Sonst kommt man ja garnicht so nah ans Wasser", sagt Pierre Ammermann, der nach dem Ausflug auf die Galerie draußen mit windzerzausten Haaren im ehemaligen Lampenraum steht. Antje Westphalen ist sowiesooft hier, auch ihre Mutter gehört zum Kreis der Ehrenamtlichen aus dem Förderverein, die Ansprechpartner für Besucher sind.

  Auf der Wendeltreppe sind Stimmen zu hören. Tanja Knösel und ihr Sohn Ole laufen herauf und staunen über die Aussicht. Sie machen Urlaub hier, ganz bewust. " Wir kommen aus Sulingen, aber ich bin in Drochtersen aufgewachsen", erzählt Tanja Knösel. Damals war sie generft von der Ruhe, empfand vieles als öde. Heute: "Fantastisch. Die Kinder sind begeistert, da hält kein Park mit. Ich endecke immer wieder tolle Ecken", erzählt sie. Zum ersten Mal sind sie auf dem runden Turm an der Wasserkante. " was für ein Blick, das habe ich nicht so erwartet." Das erlebt Bianka Stahl oft. Das Erstaunen, wie weit der Blick reicht. Machmal bis zur Kugelbake in Cuxhaven, hinüber bis zur Einfahrt des Nord-Ostsee-Kanals. Wenn das Naturschauspiel die Regie übernimmt und alles andere vergessen lässt. Die Elbe aufwärts schiebt sich ein Containerriese heran über dem Schilf schnattert ein Gänse-Trio im Tiefflug. Der Wind rauscht, das Galerie-Geländer schwingt kaum spürbar im Luftstrom, der nach Meer riecht.

   Plötzlich gesellt sich ein Geräusch dazu. Mit einem Klacken schwingen schwarze Lamellen vor dem Panoramafenster auf und zu - die Otterblenden. 1904 wurde der Leuchtturm gebaut, bis1929 waren sie im Einsatz - so lange das Leuchtfeuer mit Petrolium betrieben wurde. Damals war es die Aufgabe des Leuchtturmwärters, das Gewichtsuhrwerk in Gang zu halten. Das sorgte, die Blenden stundenlang auf und zu zu klappen.

  Ab 1930 wurde das Feuer mit Gas, ab 1962 elektrisch betrieben. der Leitstrahl verließ mit einer Breite von gerade mal 5,5 Zentimetern den Turm- in Altenbruch zwischen Otterndorf und Cuxhaven war der Strahl 260 Meter breit und leuchtete den elbaufwärts fahrenden Schiffen den Weg. Wer mehr über die " Baljer Blitze erfahren will, dem erklären die ehrenamtlichen Leuchtturmwärter alles zur Historie.

   Buttge zeigt auf das ausgeklügelte System: Ein Fensterchen und zwei weitere Spiegel ermöglichten dem Leuchtturmwärter anno dazumal, mit einem Blick aus festzustellen, ob ein Stockwerk höher im Lampenraum noch alles in Ordnung war. Auch das macht die Magie des weiten aus - plözlich ist dieZeit zurückgedreht. Vielleicht gibt es gar kein Festland bis zum neuen Elbdeich? 1903 wure der Baljer Leuchtturm auf einer Sandbank erichtet, bis zum heutigen Deichfuß erstreckte sich das Watt. Erst ab 1925 wurde das Land langsam angeschwemmt.

   Über der Wiese schweben Vögel. Aber welche? Im ersten Stock gibt es Infos über das Vogelschutzgebiet Nordkehdingen. Auch das ist der Zauber des Turms, der die Besucher aufklärt über die Wunder rundherum.

Plötzlich ist es 18 Uhr, Zeit, den Turm für heute zu schließen. Das Wasser umspült inzwischen die äußeren Steine des Fundaments. Das windgepeitschte Schilf liegt platt und wieder nicht. Zeit zu gehen. Doch der Abschieb fällt schwer. Hat das gleißende Licht der Abendsonne nicht gerade den zauberhaftesten Glanz aufs aufgewühlte Wasser geworfen? Und kommt da nicht ein riesiger Frachter herangerauscht? Nur noch einmal den Wind, auf die Galerie und die Magie des Moments erleben, dem Alltag ganz fern und dem Zauber des Turms ganz nah.

>Der Baljer Leuchtturm gehört dem Landkreis Stade.

Er ist außer Montag und Freitag bis 1. September geöffnet.

www.foerderverein-baljer- leuchtturm.de  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bianka Stahl am Panoramafenster

im ehemaligen Lampenraum.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"Traumhaft" - Pierre Ammermann und Antje Westphalen.

                                     Besucher sind lange zu sehen,          Tanja Knösel und Sohn Ole auf der

                                     bevor sie den Turm betreten.            windumtosten Galeri

Ein neues Modell zeigt,wie der Leuchtturmwärter lebte.

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Presseberichte 2016

Foto: van den Herik, Teilbericht Lokales NEZ. von Ulrich Rode, 18.03.19

Elbvertiefung: 202 000 Tonnen Steine werden als Damm und Einfassung für Unterwasserablagerungsfläche eingebaut. 

Die sogenannte Unterwasserablagerunsfläche (UWA) Medemrinne spielt eine wesentliche Rolle im Strombaukozept für die Elbvertiefung. Die Strombremse hat die Aufgabe,die Stömungsgeschwindigkeit im Fahrwasser zu senken. Anfang März haben die Unterwasserbauarbeiten begonnen.

Der " Initialdamm" innerhalb der zukünftigen Ablagerungsflächen am östlichen Ende der Medemrinne wird nach Angaben des Wasserstrassen- und Schifffahrtsamtes Cuxhaven ( WSA ) eine Länge von etwa 2100 Metern erhalten. 202 000 Tonnen Steine werden dafür eingebaut. Als erstes Lieferschiff  brachte die Bontrup - Pearl 40 000 Tonnen Steine,

 die bereits vollständig eingebaut sind. Für die Baustelle ist in der Medemrinne ein Sperrgebiet eingerichtet.

Nach Vollendung des Dammes aus Schüttsteinen und dem Einbau einer Wanne aus Steinen werden hier im Bereich des Nebenfahrwassers Medembogen, einem Nebenarm des Hauprfahrwassers, etwa 15 Millionen Kubikmeter Baggerschlick und Sedimente deponiert. Anders als viele Krietiker gehen die planer von einer hohen Lagerstabilität des Wasserbauwerkes aus.

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Bericht von Grit Klempow, Stader Tageblatt                                                                                                              Freude über das neue Malbüchlein „ De Lüchttoorn an’t Osteriff“, das die Baljer Viertklässler entworfen haben: Reinhard Schult vom Förderverein und die Abordnung der Schüler (von links) Frederik Heinrichs, Lotta von Bargen, Mats von Bargen, Tom Heinrichs und Leonard Heinrichs. Im Hintergrund Lehrerin Regina von der Decken. Fotos Klempow

 

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   Balje. Am kommenden Sonnabend, 2. Juli, um 10 Uhr fällt der Startschuß für die fünfte Leuchtturmsaison auf dem alten Baljer Turm. Bis zum 4. September können Besucher wieder die einmalige Aussicht genießen und Natur pur erleben und das 1904 errichtete Bauwerk betreten.

Möglich gemacht wird dies durch die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer, die an fünf Tagen in der Woche, außer montags und freitags ,von 10 bis18 Uhr für die Gäste da sind und auch gerne Fragen beantworten. Zuvor haben sie jedoch alle Hände voll zu tun, um den Turm für die Saison vorzubereiten. seit dem vergangenen Montag putzen, malen und wischen die Vereinsmitglieder, denn die lange Pause hat doch einige Spuren hinterlassen, die beseitigt werden müssen. Die offizielle Saisoneröffnung findet am Sonntag, 3. Juli ab 11 Uhr am Rosenbeet in Hörne statt. Es gibt Kaffee, Kuchen und Gegrilltem die Möglichkeit zum Gespräch. Der Treckerverein Balje ist vor Ort und zeigt einige fahrtüchtige Oldtimer. Der Turm ist bis 22 Uhr geöffnet - eine der seltenen Chancen, den Sonnenuntergang an der Elbe von dort hautnah mitzuerleben. An diesem Tag wird dann auch das Buch mit dem Titel

" De Lüchttoorn an/t Osteriff" für 3,- € erhältlich sein, an dem die vierte Klasse der Grundschule Balje maßgeblich mitgewirkt hat.         Nez. Thomas Schult

 

                                                                                                                                    

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BALJE. Der grüne Deutz und der blaue Hanomag, der rote Porsche und der grüne Ritscher sind Veteranen, unermüdliche Malocher mit klopfendem Dieselmotor. Am Sonntag bekommen sie eine neue Aufgabe.

Eine, die sie trotz aller langsamen Kilometer auf dem Tacho vorher noch nie erledigt haben: Sie eskortieren einen Leuchtturm auf großer Fahrt.

Kai-Uwe Heinrichs reibt sich die Hände in Vorfreude. Er ist der Boss der Baljer Treckerfreunde, und die rücken am Sonntag zu einer Ausfahrt aus. Mit dabei werden sie das imposante, maßstabsgetreue Modell des Baljer Leuchtturms haben, damit lässt sich vortrefflich Werbung für die neue Saison des Leuchtturms machen, der im Sommer wieder für Touristen zugänglich ist. Über das Sperrwerk zum Empfang im Natureum (10 Uhr) bis nach Otterndorf führt die Reise, ganz sutsche, Geschwindigkeit: 17 Kilometer in der Stunde. Die Baljer Treckerfreunde mit ihren auf Hochglanz polierten Agrar-Vehikeln werden in Otterndorf vom Bürgermeister empfangen werden.

Dass sie mit mehr als zwei Dutzend Treckern nach Otterndorf aufbrechen, dazu noch mit einem Leuchtturm dabei, das hat gleich zwei Gründe, vereint in einer Person: Günter Johannsen aus Otterndorf gehört nicht nur zum Kreis der Treckerfreunde, sondern auch zum Förderverein Baljer Leuchtturm. Für den baute er das Modell des weiß getünchten Hinguckers im Baljer Außendeich, das bei der Jubiläumsfeier der Oberndorfer Nachbarn Anfang Juni gezeigt werden soll. Nach dem Motto „Nicht lang schnacken, anpacken“, nahm Johannsen das Vorhaben Leuchtturm-Bau in Angriff und präsentierte den Rohbau aus Aluminium und Kupferblech im Maßstab 1:10. Vom Sockel bis zum kleinen Blitzableiter misst das Modell 1,85 Meter, gekrönt wird es von einer kupfernen Wetterfahne, die der Hobby-Künstler Jens Decker aus Freiburg gesponsert hat. Tatkräftige Hilfe beim Mini-Leuchtturm-Bau bekam Johannsen von Gerhard Gebhardt. Jetzt ist das prachtvolle Modell mit speziellen Folien beklebt, so dass der kleine Alte Leuchtturm mit originalgetreuem Mauerwerk, Geländer und Panoramafenstern ausgestattet ist.

Günter Johansen mit seinem neugebauten kleinen Leuchtturm auf Jungfahrtfahrt in Richtung Otterndorf mit einem Zwischenstop auf dem Natureum / Neuenhof Balje

Der Treckerverein Balje. Erster Zwischenstop Firm. Schlichtmann Neuenhof, Balje

                    Dopelljubiläum für einen Leuchtturm  2015

Programm reichte von Thearter und Musik bis hin zu einem Sonderpostamt

von Thomas Schult, NEZ Balje 05.07.2015

 

Zum Sehen geboren,zum Schauen bestellt. DemTurme geschworen, gefällt mir die Welt."- es scheint fast so, als hätte Goethe diese Verse aus seinem Gedicht "Lied desTürmers" extra für das maritime Seezeichen am Elbufer geschrieben. So groß war der Besucherzuspruch am Sonntag bei der Feier zu 111 Jahre alter Baljer Leuchtturm und zum zehnjärigen Jubiläum des gleichnamigen Fördervereins.

Mit viel Programm feierten am Sonntag die Mitglieder des Fördervereins Baljer Leuchtturm von 1904 zusammen mit ihren Gästen das doppelte Jubiläum. Nach einer sehr ausführlichen Begrüßung durch den Vereinsvorsitzenden Eckhard Klitzing sprach Kreisbaurat Hans Hermann Bode für den Besitzer des Turms, den Landkreis Stade. Er ging kurz auf die jüngere Geschichte des Turms ein, die für den Landkreis im Jahr 1999 begann. Schon damals habe es erste Pläne gegeben, das ausgediente Leuchtfeuer für rund 100 000 DM instand zu setzen. Allerdings hätten dem Projekt der Naturschutz und ein fehlendes Nutzungskonzept entgegengestanden. So dauerte es noch rund zehn Jahre, bis Bewegung in die Sache gekommen sei, der Turm schließlich 2010 für knapp 200 000 € renoviert wurde. Am 7. Juli 2011 erfolgte schließlich die Schlüsselübergabe an den Förderverein - seitdem sei eine touristische Nutzung in enger Abstimmung mit dem Naturschutz im Juli  und August möglich. Bode dankte den Fördervereinsmitgliedern für ihr Engagement, denn ohne die ehrenamtlichen Leuchtturmwärter gäbe es dort am Elbufer nur eine bauliche Hülle.

Shanty-Chor sang am Turm

Jochen Bölsche, Vorsitzender der AG Osteland, bezeichnete den alten Baljer Leuchtturm als ein Beispiel  dafür, was sich durch bürgerliches Engagement erreichen ließe. Er stellte den Turm in eine Reihe mit der Ostener Schwebefähre, dem Freiburger Kornspeicher oder dem Broberger Prahm, die alle von Vereinen vor dem Abriss gerettet wurden. Das letzte Wort im offiziellen Teil hatte Baljes Bürgermeister Hans Herrmann Bösch, der sich nicht nur beim Förderverein für die Organisation des Festes bedankte, sondern auch beim Landkreis  für die gute Zusammenarbeit."Ich kann mich  noch gut an die Zeit vor Hans Hermann Bode erinnern, als die Akseptanz im Kreishaus für den Erhalt des Turmes nicht so stark ausgeprägt war", so Bösch. Danach wurde im Festzelt am Rosenbeet allerhand Programm geboten. Am Leuchtturm traten der Shanty-Chor aus Hemmoor auf und die beiden Schauspieler Fried Wolff und Wofgang Gellert spielten Teile aus ihrem Ringelnatz-Programm . Im Gasthof "Zwei Linden " in Hörne war ein Ausstellung zur Geschichte des Turms und des Fördervereins zu sehen. Die Briefmarkenfreunde aus Kehdingen und Harsefeld  waren vor Ort und das Sonderpostamt der Deutschen Post hatte geöffnet. Sehr begehrt war der Sonderstempel mit dem Motiv des Leuchtturms, der nur an diesem Sonntag ausgegeben wurde.

 

Zum Saisonschluss auf dem alten Baljer Leuchtturm kamen noch einmal viele Besucher, darunter auch diese Gruppe aus der Wingst. Reinhard Schult (r.) erläutert ihnen die Geschichte des Leuchtfeuers.

Bilder von Thomas Schult NEZ

Foto: Th.Schult. Nez.

Über 150 Menschen kamen am letzten Öffnungstag / Neun Gruppenführungen durchgeführt / Bis Juli 2015 geschlossen.

Funkamateure besetzen Leuchttürme und Feuerschiffe

 

BALJE. Seit über 20 Jahren findet regelmäßig am dritten Wochenende im August das Internationale Leuchtturm- und Feuerschiff-Wochenende, kurz ILLW, der Amateurfunker statt. Ziel ist es, mit anderen maritimen Stationen, verteilt rund um den Globus, Kontakt aufzunehmen. Eine Funkstation befindet sich in Balje.

Auf dem alten Baljer Leuchtturm hat es sich eine schweizerisch-deutsche Koproduktion gemütlich gemacht. Horst Hoppe, geboren und aufgewachsen in der Nähe von Drochtersen, hat diesen Ort entdeckt und seine beiden Freunde Roberto Lüttin und Werner Stöckli aus der Schweiz mitgeschnackt. „Wir haben es hier oben richtig gut“, so Hoppe. Denn die meisten Leuchtfeuer seien ja noch in Betrieb und dürften deshalb nicht betreten werden.

Die Amateurfunker mussten daher im Umkreis von 150 Meter um das Seezeichen in einem Zelt arbeiten. „Das ist bei den gerade herrschenden Wetterbedingungen mit den starken Regenfällen kein Vergnügen“, weiß Roberto Lüttin aus eigener Erfahrung. Denn alle drei sind seit über 40 Jahren dem Hobby Amateurfunk verfallen.

Dank einer Ausnahmegenehmigung der Natur- und der Denkmalschutzbehörde durften sie den Turm als Träger für ihre Antennen nutzen und auch im Gelände zwei Stützpfeiler für ihre 80 Meter umspannende Langdrahtantenne aufbauen. Über Kurzwelle im 160 Meterband versuchen sie so, Kontakte nach Übersee herzustellen. Am frühen Morgen, vor Sonnenaufgang, geht es Richtung USA und Südamerika, abends nach Asien. Mit maximal 100 Watt Leistung senden sie ihre Signale in den Äther. Aber das sei nicht das Entscheidende für die Reichweite: abhängig sind die Amateurfunker von der Leitfähigkeit der Atmosphäre, die stark vom Stand der Sonne beeinflusst wird.

Ihren ersten Kontakt hatten die drei Funker am Sonnabendmorgen mit der gegenüberliegenden Station in Glückstadt. „Das war aber nur zum Testen der Geräte“, so Hoppe. Werner Stöckli ist derweil eifrig am Morsen, hat gerade eine Verbindung nach Gibraltar aufgebaut. Fast 500 Stationen beteiligen sich in diesem Jahr am ILLW, verteilt über die ganze Welt – von Argentinien, Australien, Indien, Kanada bis Südafrika und auf dem alten Baljer Leuchtturm.

Bericht von Thomas Schult   Nez.

Ein Bericht aus der Niederelbe- Zeitung  01.07.2013  (Thomas Schult )

Foto Beneke

Ein Bericht aus dem Stader Tageblatt  von Daniel Beneke 02.07.2013

 

Baljer Leuchtturm ist wieder geöffnet Nordkehdingen                        Tageblatt.de

NORDKEHDINGEN   

 




 

 



BALJE-HÖRNE. Rund 250 Besucher aus der näheren und ferneren Umgebung konnte der Förderverein Baljer Leuchtturm begrüßen, um mit ihnen im Außendeich am Rosenbeet die Eröffnung der diesjährigen Leuchtturmsaison zu feiern. Bei Kaffee, Kuchen und Bratwurst informierte der Verein über seine Arbeit und gewährte Interessierten Einblicke in den von seinen Mitgliedern restaurierten Baljer Leuchtturm von 1904.

Den ganzen Tag hingen graue Wolken über Kehdingen, es regnete monoton vor sich hin. Doch pünktlich zum Nachmittag lockerten die dichten Wolken auf, und mehr als 250 Besucher ließen es sich nicht nehmen, am ersten Tag der Leuchtturmsaison 2013 den historischen Baljer Leuchtturm zu bestaunen. Zwar war die Wiese vor dem Turm noch nass, die zahlreichen Gäste – viele von ihnen waren mit dem Fahrrad in das Idyll hinter dem Elbdeich gekommen – jedoch störte dies nicht.

Axel Meyer vom Förderverein führte die Besucher durch den historischen Leuchtturm. Er freut sich, dass es seinem Verein gelungen ist, „den Menschen diesen wunderschönen Ort zugänglich zu machen.“ Mit der nur zweimonatigen Öffnung im Sommer, die der Lage des Leuchtturmes in Mitten eines Vogelschutzgebietes geschuldet ist, sei „ein guter Kompromiss zwischen dem Landkreis als Besitzer des Turmes, dem Förderverein und dem Naturschutz gefunden worden“.

Der inzwischen rund 100 Mitglieder starke Verein hat den nach Betriebsende 1972 einst völlig verfallenen Leuchtturm seit 2005 in mühevoller Arbeit saniert und in ein Museum verwandelt. So können die Besucher heute nicht nur das Leben der damaligen Leuchtturmwärter nachempfinden und die restaurierten Wohn- und Schlafräume, Bad und Küche besichtigen, sondern auch noch mehrere Ausstellungen im Leuchtturm erkunden.

Während im ersten Obergeschoss eine Ausstellung über die Leuchttürme Norddeutschlands und die Geschichte des Baljer Leuchtturms lockt, ist das zweite Obergeschoss als Vogelparadies gestaltet. Fotos und Info-Tafeln zur Lebensader Elbe und den in Kehdingen brütenden Zugvögeln sind ausgestellt. Die Besucher können so etwa erfahren, dass der Baljer Leuchtturm als erster an der Elbe schon bei Inbetriebnahme 1904 mit dem leichter zu bedienenden und zuverlässigeren Patroleum-Glühstrumpflicht, dem sogenannten „Auerlicht“, ausgestattet wurde, und welche Vögel in ihrer Brutzeit hinter den Kehdinger Elbdeichen auf keinen Fall gestört werden möchten.

Das Herzstück des Leuchtturmes ist aber die Aussichtsplattform in dritten Obergeschoss. Durch sieben Panorama-Scheiben und auf einer Außenplattform lassen sich bestens die Schiffe auf der Elbe und die im Naturschutzgebiet um den Leuchtturm herum brütenden Vögel beobachten.

Ausnahmsweise hatte der Leuchtturm am ersten Tag bis 22 Uhr geöffnet. So genossen die Besucher die einmalige Gelegenheit, einen malerischen Sonnenuntergang aus dieser ganz besonderen Perspektive zu erleben.

Reinhard Schult, Vorstandsmitglied im Förderverein, hofft auf viele Besucher „mit einem Auge für die Natur und das Wasser“. Dann könnte der Verein an das erfolgreiche Jahr 2012 anknüpfen, als weit mehr als 4500 Besucher sich das „maritime Erlebnis“ Baljer Leuchtturm nicht entgehen lassen wollten.

Die Öffnungszeiten

Bis zum 1. September ist der Baljer Leuchtturm täglich, außer montags und freitags, von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Fördervereins unter www.foerderverein-baljer-leuchtturm.de.

 

Reichlich Arbeit haben die ehrenamtlichen Helfer vom Förderverein: Reinhard Schult,Inge von der Heyde,Elke von Bargen,Margott Bergmann und Rainer von der Heyde ( v.l. ) Foto: Th. Schult
Johann von Bargen,sorgt in schwindelnder Höhe für den klaren Durchblick. Bei guter Sicht ist die Kugelbake in Cuxhaven zu erkennen. Foto Th. Schult

Ein Bericht von Susanne Helfferich- Kuehn vom Stader Tageblatt

Ein Bericht im Hadler Kurier von Thomas Schult  27.06.2012

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